BURG BERNECK INFO GESCHICHTE SEHENSWERTES IMPRESSIONEN
Ruine Ruine Ansicht von Süden Durchgang Kapellenhof - Westhof
Gotische Stube in den 40er Jahren Ruine Bauarbeiten Burg Berneck
Arbeiten an der Galerie
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Lage und Geschichte

Berneck liegt am Eingang des Kaunertales auf einem Felssporn, der 150 Meter hoch über dem Tal aufragt. Mit dem Dorf Kauns und seiner Mittelgebirgsterrasse ist die Burg durch ein sanftes Hügelgelände verbunden. Der Bau gehört zum Typus einer sogenannten Zungenburg, das heißt, dass er den Felsplatz in seiner ganzen Länge von 80 Metern ausfüllt, aber in der Breite nicht viel mehr wie 10 Meter misst. Diese Form hatte schon die mittelalterliche Anlage des späten 12. Jahrhunderts. Die Burg hatte den wichtigen Verkehrsweg über den Reschenpaß zu sichern, möglicherweise war sie eine Gründung der Bischöfe von Regensburg, die in der Gegend von Prutz Besitz hatten. 1225 saßen hier die Herren von Berneck, die bis 1415 im Besitz der Burg blieben. 1435 kam Berneck an den Schweizer Hans Wilhelm von Mülinen, der ein treuer Gefolgsmann und Freund des damaligen Tiroler Landesfürsten Herzog Friedrich IV. war.

Die gotische Wohnburg

Unter Mülinen erfuhr die Burg einen weitgreifenden Umbau, der sie zur schönsten gotischen Wohnburg in Nordtirol machte: Baumeister war Peter Kofel, der auf einem Bild an der Kapellenwand dargestellt ist. Die Burg bekam drei Höfe und eine Holzgalerie entlang der Felswand, von der aus die einzelnen Räume erschlossen wurden. Der Bergfried an der Westseite wurde ebenso wie die mächtige alte Schildmauer im Norden erhöht und mit einem charakteristischen Verputz mit aufgemalten Quaderfugen versehen. Alle Wohnräume waren getäfelt, die Kapelle wurde neu errichtet und erhielt eine kostbare Freskenausstattung.

Kaiser Maximilian besucht Berneck

1499 übernahm Kaiser Maximilian Berneck in seinen direkten Besitz. Der Burg kam in der Zeit der Schweizer Kriege erhöhte strategische Bedeutung zu. Entsprechend wurde der Turm für die Verteidigung mit Feuerwaffen ausgerüstet. Auch das Interesse des Kaisers an der Jagd im wildreichen Kaunertal, wo es auch einen großen Bestand an Steinbocken gab, dürfte beim Erwerb eine Rolle gespielt haben. Zweimal wird von Jagdaufenthalten Maximilians, der als einer der größten Waidmänner seiner Zeit galt, auf der Burg berichtet.

Die reichen Salzherren Zott als Besitzer der Burg

Von 1530 bis 1637 war die Familie Zott, die durch den Salzhandel in der Stadt Hall zu Vermögen gekommen war, im Besitz der Burg. Da für die Salzgewinnung ein großer Holzverbrauch notwendig war, kam ihnen der reiche Waldbestand im Kaunertal sehr gelegen. Die Burg war bis in das 17. Jahrhundert zumindest teilweise noch bewohnt und gut ausgestattet.

Langsamer Verfall der Burg

Das änderte sich in der Folge, da die späteren Besitzer, die Freiherren von Pach aus Südtirol, für die abgelegene Burg keine Mittel mehr aufbrachten. 1819 versuchten sie es noch einmal mit einer Sanierung, 1934 mussten sie die nur mehr in Teilen bewohnbare Burg dann an Bauern verkaufen. Nichts schien den Verfall des Gebäudes mehr aufhalten zu können.

Das große Restaurierungswerk ab 1976

Nach dem Zwischenbesitz eines amerikanischen Börsenmaklers wurde die inzwischen zur völligen Ruine gewordene Anlage 1976 vom Innsbrucker Architekten Ekkehard Hörmann erworben. Intensive Forschungsarbeiten brachten die Erkenntnis, dass auch im Ruinenzustand der ursprüngliche Bau des 15. Jahrhunderts, der sogenannte Mülinen-Bau, noch ablesbar war, zumal es keine späteren Veränderungen an diesem Bau, also der gotischen Wohnburg, gegeben hatte. Das gewonnene Wissen wurde in die Tat umgesetzt und ein authentischer Wiederaufbau gewagt, der von der Idee geleitet war, die Burganlage in ihrer ganzen interessanten aufeinandergezogenen Struktur und Konstruktion wieder für die Zukunft sichtbar zu machen. Die Wiederverwendung derselben Materialien (Lärche und Fichte für die Holzarbeiten, Verputze nach alten Vorlagen, Steinkreuzfenster und Toreinrahmungen nach originalem Vorbild und im alten Tuffsteinmaterial gearbeitet etc.) spielte dabei eine wichtige Rolle. Moderne Zutaten verboten sich bei diesem besonderen Konzept von selbst, es gibt dafür in der neueren Denkmalpflege kaum Vergleichbares. 1981 waren die Arbeiten im wesentlichen abgeschlossen, 1986/87 erfolgte die Restaurierung der Kapelle und ihres Freskenschmuckes, 2007 wurde die gotische Stube wiedereingebaut, 2010 musste eine Wegsicherung mit neuer Mauer durchgeführt werden. Die Burg, in der viele Jahre auch ein Architekturbüro eingerichtet war, dient heute der Besitzerfamlie Hörmann als Wohnung, im Sommer werden Führungen durchgeführt.

Öffentliche Führungen 2018

8. Juni bis 7. Juli und 8. bis 29. September
jeden Samstag
10:00 Uhr & 11:00 Uhr

12. Juli bis 31. August
jeden Donnerstag & Freitag
10:00 Uhr & 11:00 Uhr

Kontakt

Burg Berneck
Burggasse 1
6526 Kauns

+43 (0)664 7505 3179
info@burg-berneck.at
www.burg-berneck.at